Aktualisiert: 05.10.202112:24

Sowohl verheerende Überschwemmungen als auch Trinkwasserknappheit nehmen weltweit zu, doch nur wenige Länder sind bereit, die Krisen zu meistern – zu diesem Ergebnis kommt die World Weather Organization (WMO) in einer Analyse.

Genf – Sowohl verheerende Überschwemmungen als auch Trinkwasserknappheit verschlimmern sich weltweit, doch nur wenige Länder sind bereit, die Krisen zu meistern – Zu diesem Ergebnis kommt die Weltwetterorganisation (WMO) in einer Analyse. “Wir müssen aufwachen und uns dieser drohenden Wasserkrise stellen,” sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas am Dienstag in Genf.

Der Klimawandel verschärft beides: Einerseits gibt es ungewöhnlich heftigere Überschwemmungen wie zuletzt in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie in Japan, China, Indonesien, Nepal, Pakistan und Indien. Die Zahl der durch Überschwemmungen verursachten Katastrophen ist seit dem Jahr 2000 weltweit um 134 Prozent gestiegen, verglichen mit den 20 Jahren zuvor. Auf der anderen Seite führen die steigenden Temperaturen dazu, dass in einigen Gebieten, insbesondere in Afrika, weniger Regen fällt. Die Zahl der Dürren stieg im gleichen Zeitraum um 29 Prozent. “Zwei Milliarden Menschen leben in Ländern mit Wasserproblemen und haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen,” sagte Taalas.

Dem Bericht zufolge hatten 2018 weltweit rund 3,6 Milliarden Menschen für mindestens einen Monat nicht genug Wasser. Bis 2050 sollen es mehr als 5 Milliarden sein. Das wäre damals mehr als die Hälfte der 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde von den Vereinten Nationen erwartet. Eine Weltkarte der WMO zeigt die Gebiete mit Wasserknappheit: Dazu zählen das Mittelmeer und Nordafrika, der Westen der USA mit Kalifornien, die Westküste Südamerikas mit Peru und Chile, die Sahelregion südlich der Sahara in Afrika, dem Nahen Osten mit Saudi-Arabien und dem Iran sowie großen Teilen Süd- und Ostasiens. In den letzten 20 Jahren wurden die Wasserreservoirs der Welt – d.h. Seen, Becken und Grundwasser sowie Feuchtigkeit in Böden, Schnee und Eis – sind von Jahr zu Jahr merklich zurückgegangen. Die größten Verluste wurden in der Antarktis und in Grönland gemessen.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen werden die Wasserressourcen in mehr mehr als 100 Länder, so die WMO. Die Pegel für die Vorhersage von Überschwemmungen und Dürren müssten kontinuierlicher gemessen werden. Eines der UN-Entwicklungsziele ist, dass bis 2030 alle Menschen über sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen verfügen. Um dies zu erreichen, müsste der Aufwand vervierfacht werden. (dpa)

DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21