Aktualisiert: 10 /01/202112:17

Der Vulkanausbruch auf La Palma zerstört Straßen und Gebäude. Gleichzeitig tritt ein natürliches Phänomen auf.

La Palma – Auf der Kanareninsel La Palma ist zum ersten Mal seit 50 Jahren ein Vulkan ausgebrochen. Am 19. September brach der Vulkan Cumbre Vieja aus, dessen Lava bis an die Küste der Insel gelangt ist. Auf ihrer sechs Kilometer langen Reise dorthin expandierten sie nach Angaben der Behörden auf mehr als 470 Hektar Land und zerstörten mehr als 740 Gebäude und einige Straßen. 6000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Ein Südtiroler beschrieb dramatische Momente auf der Insel.

Vulkanausbruch auf Pa Palma: Lava bildet eine eigene Halbinsel

Neben der Zerstörung hatte der Lavastrom auch erstaunliche Folgen. Denn die Lava hat eine rund 20 Hektar große Landzunge im Meer geformt, die bereits rund fünfhundert Meter breit ist. Die aus erkalteter Lava bestehende Halbinsel solle mit Hilfe von Drohnen genauer vermessen werden, sagte der Sprecher des Vulkanologischen Instituts der Kanarischen Inseln (Involcan), David Calvo, der Nachrichtenagentur AFP.

Das flüssige Gestein hat eine Temperatur von etwa 1000 Grad und härtet aus, sobald es in das nur 20 Grad warme Wasser des Atlantiks fließt. So wird die Küste langsam ins Meer hinausgeschoben. Das zeigt auch ein Video des spanischen Forschungsinstituts CSIC, das auf Twitter veröffentlicht wurde.

Lava fließt weiter aus dem Vulkan. Es wurden keine Explosionen oder kochende Wellen verursacht. Laut Involcan steigen jedoch weiterhin Rauchsäulen auf.

La Palma: Gefahr giftiger Gase nach einem Vulkanausbruch

Über die zunächst befürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bewohner umliegender Städte durch giftige Gase war zunächst nichts bekannt. Diese können entstehen, wenn Lava und salziges Meerwasser aufeinandertreffen. Passatwinde aus Nordosten trieben die Wasserdampfwolken und giftigen Gase jedoch auseinander, sagte Eugenio Fraile vom Spanischen Ozeanographischen Institut.

Lava vom Vulkan auf der Kanareninsel La Palma erreichte am Mittwoch das Meer.

© Saul Santos/AP/dpa

Dennoch wurde die Ausgangssperre, die in vier nahe gelegenen Bezirken mit rund 300 Einwohnern verhängt wurde, zunächst vorsorglich fortgesetzt, wie der staatliche Fernsehsender “RTVE” berichtet. Der spanische Wetterdienst AEMET hatte angezeigt, dass sich die Windrichtung ändern könnte.

Nach Vulkanausbruch auf La Palma: Lage noch unklar

Es ist noch unklar, wie sich die Situation entwickeln wird. Einerseits könnte sich der Lavastrom aufgrund der Unebenheiten der Insel ausbreiten und andere Häuser und landwirtschaftliche Flächen beschädigen. Vulkanologen betonten jedoch auch, dass der Abfluss der Lava ins Meer die Situation auf der Insel etwas entspannt habe, da die Gefahr einer Ausbreitung der Lava an Land zurückgegangen sei, berichtete “RTVE”. (jsch)

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DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21