Aktualisiert: 10.08.202113:41

Olaf Scholz führte den Wahlkampf zur Bundestagswahl vor seine Gegner zu Gunsten der Wähler. ARD-Moderator Jörg Pilawa findet den SPD-Mann nicht so unschuldig.

Hamburg – Gelächter zur falschen Zeit, Plagiatsvorwürfe und Fehler im Lebenslauf: Die Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Annalena Baerbock haben im Wahlkampf zur Bundestagswahl nicht immer gut abgeschnitten. Anders der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz: Viele Wähler haben sich laut Umfragen gerade wegen des Politikers für die SPD entschieden. Aber auch Scholz ist nicht unschuldig. ARD-Moderator Jörg Pilawa kennt Scholz aus seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister und erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen.

Pilawa erinnert Maischberger an Scholz-Skandale: “Das geht gar nicht”

Jörg Pilawa ist eigentlich als Moderator von Quizsendungen in der ARD bekannt. Aber in seiner journalistischen Karriere lernte er auch einige Politiker kennen – Darunter Olaf Scholz. Im Podcast „maischberger. der Podcast“, sagte er seiner Kollegin Sandra Maischberger, er habe schlechte Erfahrungen mit dem SPD-Politiker in Hamburg gemacht.

Mit Olaf Scholz als Bundeskanzler fühlte sich Pilawa „hin und her gerissen“. „G20 steckt mir noch in den Knochen. Cum-Ex, muss ich sagen, steckt mir noch in den Knochen“, sagte der 56-Jährige mit Blick auf Affären, mit denen der Politiker in Verbindung gebracht wird, Bank-Chefs seien nicht in Erinnerung“, sagte Pilawa. Das ist eine Sache, die überhaupt nicht funktioniert. Scholz ist aber nicht der Erste, der die Politik des „Aussitzens“ von Problemen praktiziert: Helmut Kohl und Angela Merkel haben es auch so gemacht.

Pilawa berichtet über ein Interview mit Olaf Scholz: “Die Unwahrheit sagte geradeaus”

Doch das ist nicht das Einzige, was ihn an Scholz stört: Der Moderator hat auch eine persönliche Erfahrung mit Olaf Scholz gemacht, die ihm wohl nicht so gefallen hat. Kurz bevor Scholz 2018 als Minister nach Berlin wechselte, interviewte ihn Pilawa in Hamburg. “Ich habe ihm die Frage gestellt: Herr Scholz, es gibt Gerüchte, dass Sie als Minister nach Berlin gehen.”

Scholz sagte: “Mr. Pilawa, wenn du Bürgermeister der schönsten Stadt der Welt bist, gehst du nicht nach Berlin.” “Das war die Unwahrheit, die dann geradeaus gesagt wurde,” kommentierte Kollegin Sandra Maischberger.

In dieser Unwahrheit sieht Pilawa auch den Grund für das Ergebnis der Bundestagswahl: Er glaubt, dass deshalb viele Jugendliche finden nicht mehr den Weg zu den Partys. „Sie spüren es subkutan, auch wenn sie es nicht benennen können, dass etwas nicht koscher und etwas nicht sauber ist.“ Dass nun Sondierungen mit FDP und Grünen stattfinden, macht dem Moderator Hoffnung: „Ich finde es auch gut, dass wir uns daran gewöhnen, dass es mit 40 Prozent das Ende der großen Volksparteien ist. ” (sf)

DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21