Der russische Geheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben die Cyber-Gang REvil auf Ersuchen der USA zerschlagen. Der FSB soll 25 Adressen durchsucht und 14 Personen festgenommen haben. Computerausrüstung, 426 Millionen Rubel (etwa 4,9 Millionen Euro) und zwanzig Luxusautos wurden ebenfalls beschlagnahmt, teilte der Dienst in einer Erklärung mit. Pressemitteilung.

Der von US-Seite noch nicht bestätigte Einsatz wäre ein bemerkenswerter Schritt: Die Spannungen zwischen den Ländern waren in den vergangenen Wochen wegen der russischen Truppenkonzentration an der Grenze zur Ukraine hoch. In der vergangenen Woche versuchten beide Länder erfolglos, etwas Entspannung zu finden. Am Freitag wurden Websites der ukrainischen Regierung von einem Cyberangriff getroffen. Wer dafür verantwortlich ist, ist unklar.

Die Amerikaner werfen Russland seit langem vor, mit der Cyberkriminalität zu geduldig zu sein. Es wird angenommen, dass viele Ransomware-Banden wie REvil von Russland aus operieren. Die russischen Behörden lassen sie jedoch oft ungestört, solange sie Russland oder seinen Verbündeten keine Verluste zufügen.

Geschlossene Supermärkte

REvil ist eine der größten und bekanntesten Ransomware-Gangs. Die Gruppe, die ihre Opfer verschlüsselt’ Computersysteme und fordert dann ein Lösegeld, um es rückgängig zu machen, war letztes Jahr wegen Cyberangriffen auf den Fleischverarbeiter JBS und das Softwareunternehmen Kaseya in den Nachrichten. Der jüngste Hack betraf rund 1500 Unternehmen weltweit, die Kaseya-Produkte über ihre IT-Dienstleister verwenden. Eine schwedische Supermarktkette musste Hunderte Filialen für einige Zeit schließen, weil die Kassensysteme nicht mehr funktionierten. JBS zahlte den Hackern 11 Millionen Dollar, um seine Computersysteme zu entschlüsseln. Insgesamt erpresste die Bande laut US-Justizminister mindestens 200 Millionen Dollar von ihren Opfern.

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Als Reaktion auf solche Angriffe diskutierte US-Präsident Joe Biden bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über Cyberkriminalität Juni in Genf. Biden warnte Putin bei dieser Gelegenheit, dass die Amerikaner notfalls selbst eingreifen würden, sollten die russischen Behörden dies nicht tun. In diesem Herbst gelang es westlichen Ermittlungsdiensten bereits, in die Server von REvil einzudringen. Das US-Justizsystem bot außerdem zehn Millionen Dollar für Informationen über die Anführer der Bande.

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DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21