Matte Perle, Rohdiamant.

Pokemon Brilliant Diamond und Shining Pearl bleiben ihrem Ausgangsmaterial treu, verpassen aber wichtige Innovationen späterer Generationen.

Für die Rezension Pokémon Brilliant Diamond und Shining Pearl erkundet Michiel die Shinnoh-Region erneut. Nach fünfzehn Jahren scheint es praktisch unverändert geblieben zu sein.

Vor einigen Jahren erreichte Pokémon GO ein neues Publikum, indem es dich angeblich zum ersten Mal in die Außenwelt wagen ließ, um deine Pokémon-Sammlung zu vervollständigen. Fans der Anfangszeit wissen es natürlich besser, denn genau so war es Ende der 90er Jahre. Jugendliche durchstreiften den Spielplatz mit ihrem Game Boy und Link Cable auf der Suche nach Gleichgesinnten, um ihren Haunter of Kadabra weiterzuentwickeln. Drei Generationen lang war das auch die Art, Pokémon zu tauschen, bis die Veröffentlichung von Pokémon Diamond und Pearl alles veränderte. Die Wi-Fi-Unterstützung des Nintendo DS machte es plötzlich möglich, Pokémon zu tauschen oder mit Trainern aus der ganzen Welt an Schlachten teilzunehmen. Allein aus diesem Grund ist die vierte Generation ein wichtiger Meilenstein. Fünfzehn Jahre später bleibt Entwickler ILCA diesem Quellmaterial für die Remakes sehr treu und zeigt schnell, dass nicht alle Elemente der Originalspiele gleich gut gealtert sind.

Das Grundrezept eines Pokémon-Spiels ist mittlerweile weithin bekannt. Als ambitionierter junger Trainer ziehst du in die Welt hinaus, um deine Pokémon-Sammlung zu erweitern, Abzeichen zu sammeln und zwischendurch die örtliche kriminelle Organisation herauszufordern. Pokémon Diamond und Pearl blieben dieser Formel zu dieser Zeit äußerst treu und die Remakes ändern sich nicht so sehr. Auch die damals in Pokémon Platinum eingeführten zusätzlichen narrativen Inhalte fehlen in den Remakes. Darüber hinaus ist die Auswahl an wilden Pokémon, denen Sie während Ihres Abenteuers begegnen, praktisch unverändert. Insbesondere das Fehlen von Feuer-Pokémon, das Sie Ihrem Kader hinzufügen können, ist in den frühen Morgenstunden dieser Remakes erneut problematisch. Die Geschichte und der Build von Brilliant Diamond und Shining Pearl sind also eine verpasste Gelegenheit, einige Fehler aus den Originalspielen zu korrigieren.

In Bezug auf die Grafik sind Brilliant Diamond und Shining Pearl im Vergleich zu früheren Spielen ein Rückschritt. Mit einem ‘chibi’ Der Grafikstil mit karierten, wenig detaillierten Charakteren in der Oberwelt hat einfach nicht den gleichen Wow-Effekt wie frühere Switch-Versionen. Mit Pokémon Let’s Go Pikachu und Eevee feierte die Serie vor drei Jahren ihr vollwertiges Debüt auf der großen Leinwand und zum ersten Mal konnte man die Oberwelt in einer schulterfreien Perspektive erkunden, die die Welt darstellte mit einem beeindruckenden Auge fürs Detail. Die Rückkehr zur klassischen Vogelperspektive schmeckt daher extra sauer.

ILCA macht jedoch diese grafische Enttäuschung während der Kämpfe wett. Dort haben die Charaktere ein vollständiges 3D-Modell und deine Pokémon selbst sahen nie detaillierter aus. ILCA holt das Beste aus dem Switch heraus und ermöglicht es, dass Angriffe von Ihrem Bildschirm abprallen, ohne dass die Bildrate sinkt. Abgesehen von der Perspektive wird die Shinnoh-Region selbst dank der grafischen Leistung der Switch beeindruckender denn je. Die umfangreiche Auswahl an Umgebungen in Shinnoh ist ein schöner Bonus. Sie erkunden noch einmal mehrere Inseln, die eisige Snowpoint City und den beeindruckenden Mount Coronet mitten in der Region.

Einige Neuerungen aus den vergangenen Spielen werden verpasst. Zum Beispiel streifen Pokémon dieses Mal nicht mehr durch die Oberwelt, was dich erneut dazu zwingt, blind durch Grasflächen zu kämmen, um deinen Pokédex aufzufüllen. Andere Elemente aus früheren Spielen wurden sehr nachlässig übernommen. Im Gegensatz zu den Originalspielen ist es nicht möglich, die ‘Erfahrung teilen’ zu deaktivieren, aber das Level der Gegner wurde nicht entsprechend angepasst. Nun waren Diamond und Pearl damals nicht die anspruchsvollsten Spiele, aber in den neuen Versionen ist der Schwierigkeitsgrad geradezu lächerlich. Mit anderen Worten, Entwickler ILCA schafft es nicht ganz, die richtigen Elemente aus früheren Spielen in Pokémon Brilliant Diamond und Shining Pearl zu implementieren.

Auch die wenigen komplett neuen Elemente haben nicht alle die gleiche Qualität. So ist es zum Beispiel jetzt möglich, dass dir dein Lieblings-Pokémon folgt, aber der Effekt ist sehr ungeschickt. Schließlich wird die Geschwindigkeit deines Pokémon in der Oberwelt von seiner Kampfgeschwindigkeit bestimmt. Infolgedessen kann ein langsamer Gigant wie Torterra kaum mit dir mithalten und teleportiert sich ständig direkt neben dir, anstatt dir effektiv zu folgen. Letztendlich ist die einzige große Verbesserung des Gameplays der überarbeitete Grand Underground. Nach nur wenigen Stunden kannst du diesen unterirdischen Höhlenkomplex erkunden, um deine geheime Basis zu bauen, Fossilien zu finden und seltene Pokémon zu fangen. Es ist daher immer wieder eine Freude, neue Ecken der U-Bahn zu besuchen. Alles in allem bilden die neuen Elemente in Brilliant Diamond und Shining Pearl ein gemischtes Ganzes.

Die vierte Generation der Pokémon-Spiele ist aufgrund der Online-Komponente weiterhin ein Meilenstein. In vielen anderen Bereichen sind Pokémon Diamond und Pearl deutlich weniger gut gealtert, was sich auch in den Remakes widerspiegelt. Wer die Spiele aus seiner Kindheit mit verbesserter Grafik nacherleben möchte, findet in Pokémon Brilliant Diamond und Shining Pearl die idealen Spiele. Erwarten Sie Remakes, denen viele Verbesserungen der vergangenen Generationen fehlen und die auch grafisch nicht den gleichen Wow-Effekt haben. Pokémon Brilliant Diamond und Shining Pearl sind letztendlich anständige Remakes einer wichtigen, aber in vielerlei Hinsicht mittelmäßigen Pokémon-Generation.

Pokémon Brilliant Diamond und Shining Pearl sind jetzt für Nintendo Switch erhältlich.< /p>

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DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21