Der amerikanische Klimabotschafter Kerry hatte dazu aufgerufen, die Treibhausgasemissionen noch in diesem Jahrzehnt drastisch zu reduzieren und Texte im Erklärungsentwurf nicht weiter zu verwässern. Kerry plädierte unter anderem für ein Ende der Subventionen für fossile Brennstoffe. Er sagte, dass jetzt Maßnahmen ergriffen werden müssen, “um die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise abzuwenden”.

In seiner Rede sagte EU-Kommissar Timmermans kam mit einer ähnlichen, dringenden Nachricht. Er zitierte seinen 1-jährigen Enkel. “Wenn wir erfolgreich sind, wird er in einer lebenswerten Welt leben. Mit sauberer Wirtschaft und sauberer Luft. Wenn wir scheitern, wird er mit anderen Menschen um Wasser und Nahrung kämpfen. Das ist die harte Realität.”

Laut Timmermans sind “die 1,5 Grad” an der Spitze am Leben erhalten werden muss, bezogen auf den im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbarten Grad der Erderwärmung. Damals wurde vereinbart, die Erwärmung auf deutlich darunter zu begrenzen. die 2 Grad und vorzugsweise unter 1,5 Grad.

Die Delegationen hatten bis 18.00 Uhr Ortszeit in Glasgow auf dem Papier Zeit, sich auf eine Abschlusserklärung zu einigen. Als dieser Deal nicht zustande kam, wurde bereits erwartet, dass der Gipfel bis Samstag verlängert wird. In der Vergangenheit dauerten Klimakonferenzen oft bis ins Wochenende.

Proteste

Zuvor am Schlusstag hatten viele Demonstranten innerhalb und außerhalb des Konferenzzentrums ihrer Meinung nach ihre Unzufriedenheit mit der mangelnden Entschlossenheit der Weltpolitiker zum Ausdruck gebracht. Auch außerhalb des Zentrums war die Klimaschutzgruppe Extinction Rebellion aktiv. Im Inneren starteten Hunderte von Unterstützern zivilgesellschaftlicher Organisationen und Aktivistengruppen einen Protestmarsch.

Sie wurden als Beobachter in die sogenannte blaue Zone aufgenommen, wo das offizielle Programm des Gipfels findet statt.

Am Donnerstag sagte UN-Generalsekretär Guterres, der Gipfel sei “sehr wahrscheinlich” nicht die Verpflichtungen einzuhalten, die erforderlich sind, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Länder können vereinbaren, dass sie diese Verpflichtungen vor Ende des nächsten Jahres eingehen.

DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21