Deutschland schließt heute drei seiner sechs Kernkraftwerke. Auch die anderen drei müssen nächstes Jahr schließen. Deutschland wird fortan keine Atomenergie mehr produzieren. Die geplante Schließung erfolgt mitten in der Energiekrise, die Europa erfasst und die Beziehungen zu Russland auf den Kopf stellt.

Deutschland hatte bereits vor Jahren versprochen, seine nuklearen Kapazitäten schrittweise zu reduzieren. Die Proteste nach der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 haben die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu veranlasst, sich tatsächlich für die Abschaffung der Atomkraft zu entscheiden. Deutschland will auch die anderen drei Kernkraftwerke in Neckarwestheim, Essenbach und Emsland bis Ende 2022 schließen.

Die Stilllegung der Kraftwerke Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen könnte den Druck auf den Energiemarkt erhöhen: Die nukleare Kapazität in Deutschland wird halbiert und die Energieproduktion um rund 4 Gigawatt reduziert. Dies entspricht der Kapazität von etwa 1000 Windkraftanlagen.

Energiekrise

Angesichts der steigenden Energiepreise in Europa scheint der Zeitpunkt nicht günstig. Der Preis für eine Megawattstunde Gas am niederländischen Terminmarkt stieg Anfang des Monats auf 188 Euro pro Megawattstunde. Dadurch wurde Gas zehnmal teurer als zu Jahresbeginn. Danach fielen die Preise wieder, blieben aber hoch. Auch die Strompreise sind stark gestiegen.

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Das Kernkraftwerk Gundremmingen in Süddeutschland, das am Freitag, 31. Dezember 2021, geschlossen wird. © AP/Christof Stache

Die Preise werden durch geopolitische Spannungen mit Russland angeheizt, das ein Drittel des europäischen Gases liefert. Westliche Länder werfen Russland vor, angesichts der Spannungen um den Ukraine-Konflikt die Gaslieferungen einzuschränken, um Druck auf Europa auszuüben. Moskau will auch, dass die umstrittene Nord Stream 2-Pipeline schnell in Betrieb genommen wird, um mehr Gas von Russland nach Deutschland zu transportieren.

Hängt von russischem Gas ab

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Das Ende der Atomkraft in Deutschland dürfte die Energiepreise noch weiter in die Höhe treiben, sagen Experten. Zudem könnte Deutschland kurzfristig noch abhängiger von russischem Gas werden. Sicher, weil sich Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien verzögert haben und Deutschland daher möglicherweise auf fossile Energien zurückgreifen muss.

Einige Deutsche haben deshalb gefordert, die Entscheidung zur Stilllegung von Kernkraftwerken zu überdenken, um die Klimaziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Die deutsche Regierung hat jedoch erklärt, dass die Abschaltung aller Kernkraftwerke und der Ausstieg aus der Kohlenutzung bis 2030 keine Auswirkungen auf die Energiesicherheit und das Ziel haben, bis 2045 klimaneutral zu sein.

„Wir können zeigen, dass dies in Deutschland möglich ist, indem wir den Einsatz erneuerbarer Energien stark steigern und den Ausbau des Stromnetzes beschleunigen“, sagte Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck.

Kampagne für Kernenergie als nachhaltige Energiequelle

Andere EU-Staaten, darunter die Niederlande und Frankreich, sehen in der Kernenergie eine Zukunft. Sie setzt sich auch dafür ein, die Kernenergie in die EU-Liste der investitionsfähigen erneuerbaren Energiequellen aufzunehmen. Auch in Deutschland scheint sich die öffentliche Meinung zur Kernenergie abzuschwächen.

Die drei jetzt stillgelegten Reaktoren gingen Mitte der 1980er Jahre in Betrieb. Sie haben fast vier Jahrzehnte lang Millionen deutscher Haushalte mit Strom versorgt.

Wo die Zehntausende Tonnen Atommüll aus den deutschen Atomkraftwerken gelagert werden sollen, muss noch entschieden werden. Experten sagen, dass ein Teil des Materials bis zu 35.000 Generationen lang gefährliche Strahlungsmengen aussenden kann.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr zwei Kühltürme eines alten Kernkraftwerks zerstört:

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DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21