Der selbsternannte afghanische Premierminister Mullah Mohammed Hassan Akhund hat die Afghanen aufgefordert, sich für die Führung der Taliban zu bedanken. Der von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannte Ministerpräsident der Taliban sagte in einer Pressekonferenz am Samstagabend, die neue Politik sei nicht die Ursache für den wirtschaftlichen Abschwung, die Hungersnot und die Arbeitslosigkeit im Land. Er sagt, die Schuld liege bei der vorherigen Regierung. Das berichten internationale Nachrichtenagenturen. Es war die erste Rede des Premierministers seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan vor drei Monaten.

Die Taliban würden nun alles tun, um die Wirtschaftskrise und die Korruption der Vorgängerregierung zu reparieren. Die Einstellung der internationalen Hilfe für die Regierung seit der Übernahme und die Sperrung von Milliardeneinlagen afghanischer Bankeinlagen im Ausland erschweren dies, sagte der Premierminister. Akhund möchte daher, dass etwa 9 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Bankguthaben im Ausland freigegeben werden.

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Eine Woche nach der Übernahme Ende August kündigte die Weltbank an, Vermögenswerte aus einem internationalen Fonds einzufrieren, bei dem die frühere Regierung in Afghanistan beispielsweise Anträge auf Kosten der Gesundheitsversorgung stellen könnte. Die Weltbank tat dies aus “ernsthaften Bedenken” über “die Entwicklungsperspektiven des Landes, insbesondere für Frauen.” Auch andere Geldgeber haben Vermögenswerte eingefroren. Die Vereinten Nationen warnten im Oktober vor einer humanitären Krise in Afghanistan. Laut UN sind beispielsweise immer mehr Menschen im Land vom Hungertod bedroht.

Mullah Akhund reagierte am Samstag auf Vorwürfe der Verletzung von Frauenrechten, die die Taliban &#8220 ;rettete die Würde der Frau”. Die Taliban haben Frauen nicht vollständig aus der öffentlichen Sphäre ausgeschlossen wie während der vorherigen Herrschaft Ende der 1990er Jahre. Allerdings sind weibliche Staatsbedienstete an ihren Arbeitsplätzen nicht mehr willkommen und Mädchen dürfen keine weiterführende Schule mehr besuchen.

Premierminister der Taliban-Regierung verteidigt in erster Rede die Politik in Afghanistan

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DITER SHELENBERG

By DITER SHELENBERG

Autor Dieter Shelenberg shelenberg@lzeitung.com Diter Shelenberg ist seit 2013 als Reporterin am News Desk tätig. Zuvor schrieb sie über junge Adoleszenz und Familiendynamik für Styles und war Korrespondentin für rechtliche Angelegenheiten für das Metro Desk. Bevor Diter Shelenberg zu Lzeitung.com kam, arbeitete er als Redakteur bei der Village Voice und als freier Mitarbeiter für Newsday tel +(41 31)352 05 21